In der Stadtratssitzung wurde wieder einmal der Abriss eines historischen Gebäudes beschlossen. Wir fragen uns, was das aus der Identität von Chemnitz macht.

Bei unserer Fraktionsarbeit werden wir durch den Chemnitzer Denkmalschützer Sandro Schmalfuß unterstützt. Durch sein jahrelanges Engagement und den daraus resultierenden Erfahrungen, wird uns die scheinbar immer wiederkehrende Kurzsichtigkeit der Verwaltung offenbart,  wenn es um den Erhalt von stadtprägenden Bauwerken geht.

Beispielsweise, hat sich leider die Mehrheit der Stadträte in der letzten Sitzung (25.11.2015) zu schnell mit der vom Baubürgermeister, Herrn Stötzer, geschilderten „Zukunftslosigkeit“ der Immobilie Annaberger Straße 431 bequemt. Und das obwohl unser Fraktionsmitglied, Lars Faßmann, eindringlich auf die mangelhafte Vermarktungssituation durch die Kommune hingewiesen hat.

Somit verschwindet nun ein weiteres identitätsstiftendes Gebäude des historischen Stadtbildes.

Die Räte haben sich hauptsächlich von der Argumentation leiten lassen, dass die derzeit dahinterliegenden Theaterwerkstätten dringend eine größere Zufahrt benötigen, die durch den Abriss des ehemaligen Wohngebäudes
geschaffen werden soll.

Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass mehrfach täglich große Transporter Gegenstände und Materialien vor Ort anliefern. Die Anfertigung & Auslieferung von Bühnendekoration geschieht doch punktuell.

Oder nehmen die Mitarbeiter vor Ort noch andere Auftragsarbeiten an?

Nun haben wir die Anfrage an die Verwaltung gestellt, wie oft denn überhaupt ein großes Lieferfahrzeug die Werkstätten anfährt.

Andreas Wolf-Kather
Vorsitzender Fraktionsgemeinschaft VOSI/PIRATEN