Auch wochentags, zu den normalen Büroöffnungszeiten schauen interessierte Bürgerinnen und Bürger bei uns vorbei und das Telefon steht kaum still, vor allem wenn die Boulevardpresse angebliche Skandale aufdeckt und dann schnell in den modernen Medien wie Facebook verbreitet wird, z.B. wie erst kürzlich die in Chemnitz heftig diskutierte Debatte „über einen fahrscheinlosen Nahverkehr – bei einer monatlichen Bürgerpauschale“, sozial abgesichert für Kindergartenkinder und Menschen im hohen Alter. Als Fraktionsgemeinschaft haben wir uns positiv an der Diskussion beteiligt, denn das Ansinnen, ein kostengünstiges CVAG-Ticket für alle Chemnitzer Einwohner bereitzustellen, fordern wir schon seit der letzten Wahlperiode. Fakt ist, dass es sich nach Meinung von Stadtrat Andreas Wolf um einen Prüfauftrag an die Stadtverwaltung und Verkehrsbetriebe handeln soll. Nicht, wie von der Presse einseitig berichtet, dass jeder Einwohner mit einer Zwangsabgabe zur Kasse gebeten wird. Damit es trotzdem funktionieren könnte, stellt er sich vor, dass ein fester Nutzerpool gebildet werden muss, auf deren Grundlage sich die Berechnung des Prüfauftrages dann beziehen kann. Dazu sollte die Oberbürgermeisterin beauftragt werden, z.B. in den Einwohnerversammlungen und durch Umfragen festzustellen, ob sich eine Mehrheit unter den Chemnitzer Bürgern finden ließe, die für ca. 20 Euro im Monat ein solches Angebot für vorerst mindestens 1 Jahr verbindlich nutzen würden. Wenn es gelingt für einen attraktiven Fahrpreis wesentlich mehr Menschen als bisher für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu begeistern, könnte die Sache überhaupt erst einmal weiter ernsthaft durchkalkuliert werden. Eine weitere Subventionierung durch die Stadtkasse müsste die Sache dann rund machen. Zusätzlich könnten dann die Fahrpreise für künftige spontane Nutzer angehoben werden. Dass könnten die „Gegner“ dieser Vision, welche jetzt laut sagen, dass sie finanziell nichts mit dazu beitragen wollen, weil sie eh nur mit dem Auto fahren, dann bei Bedarf ja trotzdem nutzen oder sie steigen doch irgendwann mal in den Nutzerpool ein. Das Modell könnte sich z.B. auch durch Einsparungen finanzieren, weil dann die Kontrolleure u.a. wegfallen.

Für die CVAG wäre ein Wachstum im steten Nutzerkreis sicher auch Anlass um verbesserte Anbindungen zu realisieren. Eine von der Presse in die Welt gesetzte „Zwangsabgabe“ ist nicht unser Ansinnen. Jedoch, dass möglichst viele Autofahrer bei solch einem preisgünstigen Angebot gern mal die Karosse stehen lassen. Jetzt sind Sie gefragt?!