Eine Diskussion zum Umzug der Figuren zu veranlassen, halten wir für völlig verfehlt.

Auch unter dem vorgebrachten Hintergrund, dass es sicherlich interessante Argumente dafür gibt, das künftige Opern-Theater-Areal mit den Figuren aufwerten zu wollen. Unter anderem wird dabei auf die erforderliche Restaurierung der Figuren und den unsicheren Standort betreffs Vandalismus hingewiesen.

Man sollte sich vor Augen führen, dass ein Umzug nach Chemnitz als Geschenk König Alberts im Jahre 1898 erfolgte, weil die Figuren damals wie heute nicht wirklich wetterfest restaurierbar waren und deshalb in Dresden durch haltbare Bronzeabgüsse ersetzt wurden. In Chemnitz wurden die Figuren 1908 an der Stelle des heutigen Chemnitzer Hofes am Theaterplatz aufgestellt.

Die Figuren mussten bereits 20 Jahre später weichen, weil der Neubau des Hotels „Chemnitzer Hof“ erfolgte. Schön, dass es dieses traditionsreiche Haus an dieser Stelle heute noch gibt. Die Figuren wurden vom Stadtbaurat Fred Otto geschickt in die neu gestaltete Schlossteichanlage integriert und sind zusammen mit dem Leuchtspringbrunnen ein bekanntes Postkartenmotiv und beliebtes Ausflugsziel.

Man entschied sich bereits damals gegen eine Umplatzierung am Marktplatz. Die erforderliche Freitreppe wäre wiederum eine Kopie des Aufgangs der Brühlschen Terrassen in Dresden gewesen, wo die Bronzefiguren heute noch zu bewundern sind. Die Figuren wären zudem bei der Hauptansicht von der heutigen Straße der Nationen nur von hinten zu sehen gewesen. Nur Besucher der Oper oder der Kunstsammlungen hätten die vom König geschenkten Figuren von vorn gesehen. Weiterhin hätten die Figuren nicht zum modernen Baustil des Chemnitzer Hofes gepasst.

Damals wie heute wollen wir keine Kopie der Brühlschen Terrasse am Theaterplatz. Der Theaterplatz ist dafür auch viel zu klein. Auf dem Foto sieht man die erforderliche Dimensionierung. Damals wie heute sind die Figuren nicht wirklich wetterfest zu bekommen. Die letzte Restaurierung erfolgte vor 5 Jahren, nämlich September 2010 bis Oktober 2011. Dabei wurden der Sandstein entsalzen und durch Vandalismus zerstörte Teile erneuert. Auch am Theaterplatz müssten die Originale in den Wintermonaten durch Abdeckungen geschützt werden. Was jetzt in den Schlossteichanlagen befremdlich wirkt, wäre am weit öffentlicheren Theaterplatz ein großer Aufreger, der unsere Entscheidung der Lächerlichkeit preisgeben würde. Zumal das gerade mal 20 Jahre junge Theatron für einen weiteren Millionenbetrag abgerissen und neu aufgebaut werden müsste. Auch wenn die Zweckbindung der damals eingesetzten Fördermittel vielleicht abgelaufen ist, so sind dies dennoch Mittel der Bürger dieses Landes. Im Zuge der Diskussion um den Stadionneubau, das EKKO und die neuerlichen Millionenforderungen des CFC können wir als Fraktion diese neuerlichen Ausgaben ohne Not gegenüber den Bürgern dieser Stadt nicht vermitteln. Politik darf nicht als völlig weltfremd wahrgenommen werden.

Vielmehr sollte der derzeitige Standort aufgewertet werden, da dieser nur mit funktionierendem Leuchtspringbrunnen, ordentlich verschnittenem Grün beziehungsweise im Herbstlaub ordentlich aussieht. Ebenfalls sollte dort für eine angenehme Beleuchtung und Aufenthaltsqualität gesorgt werden, was übrigens für die gesamte Schlossteichanlage zutrifft. Damit wird das ein Anziehungspunkt und die Schlossteichanlagen werden um ein Vielfaches attraktiver. Und das auch für alle Bürger, die nicht die Oper oder die Kunstsammlungen besuchen.

Die Formen der Bronzeabgüsse sollen übrigens noch vorhanden sein. Insofern können die Originale auch wettergeschützt ins Lapidarium und im Schlossteichpark können Bronzeabgüsse aufgestellt werden. Das wäre im Bezug auf den Denkmalschutz und das nunmehr hohe Alter der Figuren auch zu rechtfertigen.

Bürgerinitiativen kämpfen um die Sanierung des naheliegenden Schlossteich-Pavillons. Nicht nur aus Liebelei, um den Erhalt des städtebaulich wertvollen Kleinods zu sichern, sondern gleichfalls auch um den beliebten Publikumsmagnet wieder vollumfänglich nutzen zu können. Und das mit einer vielfältigen kulturellen Bandbreite, die dem Schlossteichareal pures Leben einzuhauchen vermag.

Wir möchten die Stadträte nunmehr dazu ermutigen, zunächst „den ersten Schritt, vor dem zweiten Tun!“ Statt enorme Gelder für einen aufwendigen Umzug der Figuren im klammen Stadthaushalt zu suchen, sollte der bereits schon vorausgegangene Gedanke einiger Fraktionskollegen wieder aufgenommen werden, sich dem Thema der Aufwertung des Schlossteichareals zu widmen. Zum Beispiel, endlich die notwendigen Baumaßnahmen zur Sanierung des Musik-Pavillons einzuleiten und auch die weiteren Anlagen rund um den Schlossteich!

Insofern bitten wir, dem Änderungsantrag SPD-Fraktion Fraktion DIE LINKE zu folgen und zumindest die Schutzlasur als Verschleißschicht aufzubringen. Da diese nicht ewig hält, würden wir im Nachgang anregen, die Bürgerschaft und weitere Sponsoren zur Finanzierung der Nachgüsse zu gewinnen und die Originale in den verdienten Ruhestand ins Lapidarium zu schicken.