Die wenigen anwesenden Stadträte der Diskussion zum Standort des Regenüberlaufbecken (Investitionssumme ca. 12.200.000 bis 14.200.000 Euro) am gestrigen Abend schämten sich für die nicht vorhandene Beteiligung ihrer Kolleginnen und Kollegen. Während sich die großen Fraktionen lieber umfangreich und medienwirksam mit Musikpavillions beschäftigen, scheint ein Bauwerk von 500 Meter Länge mitten in der Innenstadt kein besonderes Interesse hervorzurufen. Es schaut ja auch nur 60 cm aus dem Boden heraus. Genau so schämten sie sich für die Vertreter der Verwaltung, die sich lieber im Publikum versteckten und zögerlich Antwort gaben, statt dem Platz im Podium nehmen und offensiv zu informieren.

In der Präsentation hatte man sich auf den Standort Brückenstraße konzentriert. Auf naheliegende Bedenken der Anwohner wegen Geruchsbelästigungen und wegfallende Parkplätze hatte man sich nicht vorbereitet. Als spontane Antworten kamen seitens der Verwaltung: Gerüche entstehen nicht bzw. „nur“, wenn das Bauwerk voll Abwasser läuft (wie oft das passiert, konnte nicht gesagt werden) und ein Anrecht auf einen Parkplatz im öffentlichen Raum besteht nicht, man solle sich doch mit dem Vermieter in Verbindung setzen. Ein Schlag ins Gesicht tut ungefähr genau so weh. Insoweit hat die öffentliche Diskussion gezeigt, dass die Verwaltung so etwas noch öfters üben und sich vor allem besser vorbereiten muss. Die Bürger sollten vielleicht dem einen Stadtrat oder der anderen Stadträtin einen Hinweis geben, sich auch für Dinge zu engagieren, die nicht so populär an der Oberfläche liegen.