Die großen Ratsfraktionen haben zunächst sehr wenig davon gehalten. So gab es durchaus auch einzelne Stadträte, welche tatsächlich mit dem Abriss liebäugelten. Da mittlerweile eine starke Befürwortung aus der Bevölkerung sichtbar wurde, kam die Angelegenheit auf das „Silbertablett“ des Stadtrates.

Wie alles begann:

Ronny Uhlig und Hendrik Gransee, zwei junge engagierte Chemnitzer, kamen  in die Bürgersprechstunde der VOSI/PIRATEN. Sie stellten ihr Anliegen sowie ihre Ideen vor und baten um Unterstützung. Mit bürgerschaftlicher Hilfe wollten sie den mittlerweile verfallenen Musikpavillon auf der Schlossteichinsel sanieren.

 

Die Stadtverantwortlichen hatten dies Selbst nicht im Fokus und stellten auch keine Gelder dafür bereit. Glücklicherweise vergrößerte sich der Kreis derer, die sich für den Erhalt des traditionsreichen und architektonisch markanten „Musiktempels“ einsetzen. So kam, z. B. auch die Bürgerplattform Mitte-West dazu. Termine mit dem Grünflächenamt und der Denkmalschutzbehörde wurden organisiert und vor Ort durchgeführt. Die engsten Mitstreiter erarbeiteten eine Konzeption für die künftige Nutzung und stellten diese dem Grünflächenamt und den Stadträten vor. Mit einem Stadtrat der SPD wurde vereinbart, gemeinsam mit der Fraktion VOSI/PIRATEN, den Antrag für die Bereitstellung der notwendigen Mittel in den Stadtrat einzubringen.

 

Vielseitige Veranstaltungen wurden inzwischen auf der Schlossteichinsel organisiert. Unterschriften wurden gesammelt. Und es wurde ein Konto eröffnet, damit Spenden aus der Bürgerschaft zur Unterstützung des Projektes entgegen genommen werden konnten. Zur „Kulturdemo“ ließen sich erstmals einige Stadträte der großen Fraktionen als „Zaungäste“ sehen. Kurz darauf brachten die „Großen“ im Stadtrat medienwirksam Anträge ein. Dass der Kreis der Mitstreiter immer größer wurde, eine Bürgerinitiative und man nun erfolgreich auf die Baugerüste des Pavillons schauen kann, hat die Stadt Chemnitz dem ehrenamtlichen Engagement und vor allem der Hartnäckigkeit junger und jung gebliebener Menschen zu verdanken. Unser großes Dankeschön an alle Mitstreiter, Helfer und Spender.

 

Andreas Wolf-Kather