Am Freitag berichtete die Bild-Zeitung von einer Ratsanfrage von unserem Stadtrat Lars Fassmann. Daraus geht hervor, dass die Altersarmut in Chemnitz, in den nächsten Jahren rapide ansteigen wird. Seit Jahren ist diese negative Entwicklung erkennbar, beispielsweise untermauert dies die regelmäßige Studie „Sozialreport„, welche vom Wohlfahrtsverband Volkssolidarität in Auftrag gegeben wird. Etliche Initiativen, wie zum Beispiel das Seniorenpolitische Netzwerk Chemnitz (SPN) oder die Wählervereinigung Volkssolidarität (WV VOSI) haben ebenfalls immer wieder die Stadtverantwortlichen und Politiker darauf hingewiesen.

Allerdings wurde das nicht als ein für Chemnitz relevantes Problem anerkannt, sondern lediglich als „bedauerliche Einzelfälle“ eingestuft. Verfolgt man für unsere Stadt zurückliegende Veranstaltungsthemen oder Publikationen, stellen sich offenbar lediglich die Vertreter der „Linken“ und auch unserer Fraktion dieser sozialen Problematik. Ganz persönlich benennt unser Fraktionsvorsitzender Andreas Wolf-Kather das ignorante Ausblenden der Altersarmut „als schlimmes Symptom fehlender Realitätsbezogenheit der machthabenden Kräfte. In ganz Deutschland werden künftig immer weniger Menschen gut von ihrer Rente leben können. Immer mehr Senioren rutschen in eine finanzielle Bedürftigkeit ab, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben. Der Ratschlag rechtzeitig in eine private Altersvorsorge einzuzahlen bringt denen, die für verhältnismäßig geringe Gehälter arbeiten, überhaupt nichts. Allerdings nutzt es wenig, nur an die heutigen Arbeitgeber zu appellieren. Die Bedingungen für eine Wertschätzung, eine gut entlohnte Arbeit, schaffen maßgeblich höhere Verantwortungsträger, die auch in den Strukturen der regierenden Parteien angesiedelt sind.“

Auch zur Chemnitzer Situation äußert sich Andreas Wolf-Kather: „Für Chemnitz lässt sich feststellen, dass momentan das hier verfügbare Wohnungsangebot und die Mietpreise im Vergleich zu ganz Deutschland mit günstigsten sind. Jedoch gehören zu einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben diverse weitere Kosten. Das darf nicht einfach ausgeblendet werden!“